Mark musste irgendwann eingeschlafen sein, denn das nächste, das er hörte, war Franks fröhliches Pfeifen, kurz bevor die Autotür mit einem Ruck aufgerissen wurde.

Er verlor das Gleichgewicht, als seine Schulter den Kontakt zur Fensterscheibe verlor und rutschte unsanft und mit einem überraschten Aufschrei aus dem Wagen. Noch ehe er aber ganz auf dem Boden aufschlagen konnte, waren da auf einmal Franks massive Hände, die sich um Marks Oberarm schlossen und ihn wieder in die Vertikale schoben. "Na, na", sagte er und packte ihn stattdessen am Hemdkragen. Erst jetzt fiel Mark auf, wie dunkel es eigentlich war. Und wie still. Wo war überhaupt Achmed? "Achmed ist schon mal vor, den Papierkram für dich erledingen und alles", fuhr Frank fort, als hätte er Marks Gedanken gelesen, und zog ihn aus dem Wagen. Einen Moment lang hing Mark in einer Umarmungs-Wolke aus Moschus, extraweicher Baumwolle und kratzigen Bartstoppeln, dann fanden seine Füße den Boden wieder und er atmete erleichtert auf. Nur dass unter seinen Füßen kein Boden war. Mark stieß einen markerschütternden Schrei aus, die Beine knickten erschrocken unter seinem Körper weg, doch statt zu fallen, schlug er einfach auf und stieß sich ganz ordinär das Knie. "Du stellst dich ja an wie der erste Mensch", murrte Frank genervt und riss ihn wieder auf die Beine. Doch Marks Blick klebte starr auf dem Universum. Denn es war das Universum, das sich unter seinen Füßen ausbreitete, mit bunten, träge wirbelnden Galaxien und tanzenden Nebeln; mit abertausenden flackernden Sternen und Planeten, die sich stetig drehten um einen unsichtbaren Mittelpunkt. Es sah aus wie in einer dieser Simulationen oder wie im Film, wenn man durch das Teleskop plötzlich die ganze Welt - nein, nicht die Welt, sondern alles, was sie umschloss - sehen konnte. "Na komm, Edna wartet." Frank tippte nervös und von der Umgebung völlig unbeeindruckt mit dem Schuh auf die unsichtbare Grenze, die ihn und Mark von der Unendlichkeit trennte. "Edna hasst es, zu warten." Doch Mark reagierte noch immer nicht. Mit einem tiefen Seufzen packte Frank ihn schließlich um die Hüfte und warf ihn sich mit einem Ruck über die Schulter, sodass die Sterne plötzlich kopfüber standen. "Ich sagte doch, wir haben es eilig", brummte er, während Mark ein überraschter Laut entfuhr. Mit schweren Schritten trug Frank den jungen Mann davon.

Dieses Kapitel wurde von M. D. Grand geschrieben und am Montag, 25. Juni 2018, 14:31 Uhr veröffentlicht. Es enthält 379 Worte.

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